Historische Quellen erscheinen jetzt in neuem Licht, sagte Henning Haßmann vom niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Nach diesen Quellen haben die Römer trotz ihrer Niederlagen in und nach der Varusschlacht immer wieder Feldzüge in das germanische "Barbaricum" unternommen. Kaiser Maximus Thrax soll im Jahr 235 nach Christus ein zum Teil aus orientalischen Einheiten bestehendes Heer mehrere Hundert Kilometer ins Feindesland geführt haben. Mangels archäologischer Funde verlagerten Historiker dieses Ereignis in die Nähe der römischen Außengrenzen, da ein solcher Vorstoß unwahrscheinlich schien.
600 historische Objekte ausgegrabenDas historische Schlachtfeld liegt am Harzhorn, an der Spitze eines kilometerlangen, bewaldeten Höhenzuges, der auf den Westrand des Harzes zuläuft. 600 Fundstücke gruben Archäologen auf dem 1,5 Kilometer langen und 500 Meter breiten Gelände aus. Darunter sind Münzen, aber auch Pfeilspitzen, Katapultbolzen, Sandalennägel, Pferde- und Wagengeschirr sowie eine römische Pionieraxt. Inzwischen sei das Gelände mit Metallsonden systematisch abgesucht worden, sagte Kreisarchäologin Petra Lönne. Ausgrabungen im kommenden Jahr sollten feststellen, wer als Sieger aus der Schlacht hervorging.
Wegen der vielen gut erhaltenen Fundstücke geht Günther Moosbauer, Althistoriker von der Universität Osnabrück davon aus, dass die Römer das Gefecht gewonnen haben. Eine abgegriffene Münze aus der Zeit des Kaisers Commodus (180 bis 192) und ein datierbares Messerfutteral sprächen neben anderen Indizien dafür, dass die Schlacht im dritten Jahrhundert stattgefunden hat.
Weitere Informationen:
www.landkreis-northeim.de/gra/archiv08/707_12770_DEU_HTML.php
www.tagesschau.de/kultur/kalefeld100.html
http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Sensationsfund-Niedersachen-R%F6mer-Schlachtfeld-Kalefeld/648676.html